Ich bin jemand der sich sehr stark für die eigene Selbstständigkeit einsetzt und das wird sich auch noch in weiteren Artikeln zeigen. Mir ist natürlich bewußt das es ohne den “Angestellten” nicht geht und natürlich ist nicht jeder für die Selbstständigkeit gemacht, aber ich will die Angst schmälern, die viele der Selbstständigkeit vorausschicken, nach diesem Artikel wird man mit realistischen Ansichten an das Thema Selbstständgkeit herangehen und auch erkannt haben, das der Selbständige keine größeren Risiken hat als der Angestellte; es ist sogar andersrum, jemand der festen Fuss gefasst hat, wird ein sichereres Leben haben als der Angestellte.
Wer ist als Selbstständiger geeignet
Nicht jeder ist für die Selbstständigkeit geeignet und die meisten sind sehr glücklich in ihrem Angestelltenverhältnis. Doch es gibt sicherlich genug Gründe, warum dies nicht so ist: schlechte Bezahlung, geringer Freiraum für eigene Ideen und Kreativität, Risiko der Stellenkürzung, mangelnde Fortbildungsmöglichkeiten, geringe Aufstiegschancen. Was es auch sein mag, es nagt jeden Tag an einem. Die Möglichkeit seine eigene Firma aufzubauen, seine eigenen Ideen und Vorstellungen dort zu verwirklichen sind ein großer Anreiz. Doch bleibt zu unterscheiden zwischen dem Träumer, der einfach kurzzeitig unzufrieden ist und ansonsten in seiner Anstellung ganz glücklich ist und dem Getriebenen, der sich in seiner Anstellung gefangen fühlt und seine Ideen und sein Potential nicht zur Geltung bringen kann.
Wer ist aber nun für die Selbstständigkeit geeignet?
- Jemand der ein Ziel hat - was soll die Firma anbieten. Ein Produkt? Eine Dienstleistung? Was ist der Nutzen ihrer Firma und vorallem, wird dieser Nutzen gebraucht oder gebraucht werden?
- Harte Arbeit - Harte Arbeit und viel Arbeit. Sie müssen ihre Arbeit lieben ihre Arbeit muss sie ausfüllen.
- Stehaufmännchen - Sie müssen mit Rückschlägen umgehen können, sie dürfen nicht aufgeben und müssen ihr Ziel immer vor Augen haben. Bei einem Rückschlag arbeiten sie noch energischer und fühlen sich selbst noch stärker angetrieben als sie es sonst schon ohnehin sind.
- Papierkram - mit der Selbstständigkeit kommen auch jede Menge neue Pflichten auf sie zu, das bedeutet ein enormer Anwachs an administrativen Arbeiten, die so unmittelbar mit der Arbeit in ihrer Firma nichts zu tun haben.
Warum ist das Risiko geringer
Erstmal ist das Risiko natürlich nicht geringer, denn sie sind im Zugzwang und ihre Firma muss Profit abwerfen, denn ohne diesen Profit stehen sie noch bei Null. In den ersten Monaten verrichten sie also ihre Arbeit ohne Gegenleistung. Dies ist psychologisch sehr kritisch und sie müssen sich selbst sehr gut unter Kontrolle haben, eine gute Ziel-Visualisierung tut ihr übriges dazu, um sie auf Kurs zu halten. Wenn sie aber erstmal festen Boden unter den Füssen habe, also ihre Firma Profit abwirft und sie davon Leben könne, ab diesem Moment haben sie ein geringeres Risiko als ein gewöhnlicher Angestellter. Ob ihr Erfolg ihrer Firma und wie lange dieser andauert hängt von dem Erfolg ihrer Firma ab, wie auch bei den Angestellten, der Vorteil bei ihnen liegt auf der Hand: Sie haben es selbst in der Hand wie erfolgreich ihre Firma läuft und sind nicht abhängig von Entscheidungen dritter.
Langsam rantasten
Wenn sie festgestellt haben, das sie für die Selbstständigkeit gemacht sind und einen Traum haben, den sie verwirklichen wollen, dann sollten sie vor dem Start das Für und Wider abwägen. Überstürzen sie nichts, indem sie ihren Job einfach kündigen, sondern lassen sie beides nebeneinander laufen. Tagsüber arbeiten sie in ihrem Job und nach der Arbeit widmen sie sich ihrer eigenen Firma, die es zu diesem Zeitpunkt natürlich erst in ihrem Kopf gibt. Arbeiten sie so als würde diese Firma schon existieren, damit simulieren sie eine Real-Situation und stellen hautnah fest, ob sie wirklich der Richtige dafür sind. Sollten sie zu diesem Zeitpunkt scheitern, haben sie bisher nichts verloren ausser ein paar Wochen ohne das abendliche Fernsehprogramm.
Das schlimmste was sie machen können, ist direkt ihren Job zu kündigen. Die meisten Starter-Firmen brauchen auch so schon mindestens 6 Monate um überhaupt ins Gespräch zu kommen, bei ihnen wird es nicht anders sein. Haben sie genug Geld angespart um in der mageren Zeit über die Runden zu kommen? Können sie von diesem Geld mindestens 8 Monate ihre Miete und ihr Essen zahlen und auch ihre sonstigen Bedürfnisse finanzieren? Visualisieren sie sich, wie die kommenden Monate aussehen werden. Haben sie eine Familie? Dann überlegen sie, woher sie ihr Geld bekommen. Ja überlegen sie auch was passiert wenn sie scheitern, nachdem sie ihren Job gekündigt haben. Selbstständigkeit bedeutet Druck und sie sollten sich so früh wie möglich mit diesem Druck auseinandersetzen. Basteln sie Notfallpläne, was machen sie wenn dieses oder jenes Szenario eintrifft.
Eine Familie zu haben ist übrigens kein Grund sich nicht selbsständig zu machen, es ist aber ein Grund um sich doppelt und dreifach soviele Notfallpläne anzulegen. Egal was passiert, ihrer Familie muss es gut gehen, sichern sie sich ab und sie werden ihre Firma starten können, ohne plagende Gedanken im Hinterkopf was alles passieren könnte wenn sie scheitern.
In anderen Dimensionen denken
Wer lange Zeit als Angestellter gearbeitet hat, dem wird es anfangs schwerfallen in diesen neuen Dimensionen zu denken. Als erstes sind sie nun der Chef, sie können entscheiden wann sie frei haben, wie lange und wieviel sie arbeiten. In der Regel werden sie aber mehr arbeiten als vorher, in der Regel macht ihnen das aber als Selbstständiger auch nichts mehr aus, sie lieben das was sie tun und vorallem bekommen sie für jede Stunde zusätzlicher Arbeit auch einen zusätzlichen Verdient.
Vorallem was das Geld angeht müssen sie anfangen in neuen Dimensionen zu denken. Sie bekommen nun nicht mehr jeden Monat einen Scheck mit einer festen Summe, sondern Geld nach Leistung, umso erfolgreicher sie sind, desto mehr ist dies. Leider heißt dies auch meistens, das man erstmal weniger verdient als vorher. Man muss sich wieder hocharbeiten, aber mit harter Arbeit und Zielstrebigkeit ist dies durchaus zu schaffen.
Den entscheidenden Schritt wagen
Planung ist eine Sache, handeln eine andere. Natürlich sollten sie auf Nummer sicher gehen und sich für alle möglichen Szenarien absichern, doch lassen sie die Planung nicht ins endlose gehen, denn alle Risiken können sie nicht vorhersagen. Wenn sie sich nicht sicher sind das sie es schaffen, sind sie vielleicht nicht der Typ dafür. Das soll sie aber nicht abwerten - es gibt Menschen die sind einfach nicht für die Selbstständigkeit gemacht und wollen das innerlich auch garnicht, die endlose Planung ist vermutlich nur eine andere Ausdrucksform dafür.
Für alle anderen gilt: Konzentrieren sie sich auf ihr Ziel, arbeiten sie neben ihrem normalen Job auf ihre Selbstständigkeit hin, sichern sie sich mit Notfallplänen ab und ziehen sie es durch, sobald sie soweit sind. Mit harter Arbeit und Zielstrebigkeit werden sie sicher Erfolg haben.
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